Auf dem richtigen Weg6. Okt 2016 –

Die Stadt Kiel bemüht sich um bessere Fahrradwege und hat sich vorgenommen, die Fahrradstadt Nummer 1 im Norden zu werden.

Der Fahrradverkehr in Kiel entwickelt sich gut. Dies kommt zum Großteil durch die Bemühungen der Landeshauptstadt Kiel zustande. Es werden Fahrradwege modernisiert, sowie Fahrradstraßen und Velorouten ausgewiesen. Dabei wird darauf geachtet, dass Fuß- und Fahrradweg getrennt sind, was den Komfort der beiden Verkehrsgruppen erhöht. Die Klimaschutzstadt versucht außerdem durch verschiedene Werbekampagnen, Mängeltouren, vielen Fahrradbügeln und dem Fahrradforum – einem Gremium der LH Kiel zur Verbesserung des Fahrradverkehrs – die Bürger zum Aufsteigen auf das Fahrrad zu motivieren. Auch wurde 2010 der Umsteiger eröffnet, welcher diesen Aufschwung unterstreicht. Kiel hat es sich als Ziel genommen die Fahrradstadt Nummer Eins in Norddeutschland zu werden. Und Kiel ist auf dem richtigen Weg, doch gibt es noch Mängel, die unbedingt beseitigt werden müssen: Wichtige Strecken, wie zum Beispiel die Holtenauer Straße – besonders im Bereich zwischen der Düppel- und Jungmannstraße – oder aber auch große Teile der Werftstraße sind renovierungsbedürftig.

Was aber noch wichtiger ist, ist die Tatsache, dass vielen Verkehrsteilnehmern einfach der Respekt fehlt. Egoistische und ignorante Autofahrer parken auf Fahrradschutzstreifen, aber auch auf Busspuren, sodass die Radfahrer_innen zum Abbremsen und Ausweichen gezwungen sind. Dies kann zu weiteren Verstößen führen, wenn man als Fahrradfahrer_in im letzten Moment auf den Gehweg ausweichen muss, da die Falschparker nicht selten schlecht sichtbar abgestellt werden. Oft werden auch Fahrradfahrer_innen einfach übersehen. Und dies passiert häufiger als man denkt!

Fahrräder werden einfach noch nicht genug respektiert, was man auch anhand von Fußgängern sieht: Viele Passanten gehen auf den Radwegen oder überqueren sie ohne zu gucken. Solche Situationen machen das Fahrradfahren lästig und gefährlich. Dies muss unbedingt vermieden werden, wenn sich Kiel als eine Fahrradstadt bezeichnen möchte. Da sie dies tut, müssen Taten folgen, die den motorisierten Individualverkehr (MIV) verkleinern, und stattdessen das Fahrradfahren, aber auch den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) fördern. Denn dies ist die Zukunft, die wir als Kinder und Jugendliche erleben sollten.

Zum Schluss kann man noch anmerken, dass auch Fahrradfahrer_innen die Straßenverkehrsordnung nicht ignorieren sollten, was leider auch zu häufig passiert. Deshalb wäre eine Fahrradpolizei in Kiel eine hilfreiche Sache, damit sich Autos, Fahrräder und Fußgänger nicht mehr gegenseitig in die Quere kommen.

Insgesamt merkt man deutlich, dass Kiel eine Fahrradstadt sein möchte und, dass dies auch schon deutlich Gestalt annimmt. Noch muss aber auch vieles getan werden: Es ist wichtig, den Fahrradverkehr in der Zukunft noch mehr zu fördern, besonders in Sachen Sicherheit und Respekt von anderen Verkehrsteilnehmern. Denn ohne Vorteile zum MIV wird der Radverkehrsanteil in Kiel nicht steigen.

von Maximilian Dudek